Kroatien 15.09.2007 – 23.09.2007 (3090km)
15.09.2007:
Die Kroatientour hatte ich über das MOTORRAD actionteam gebucht.
Los ging es am Abend mit einer Vorstellungsrunde im Hotel Lerchenhof, sowie einiger Tourregeln und Hinweise, was auf uns zukommt. Wir waren 10 Teilnehmer, 9 Motorräder und 1 Reiseleiter inkl. Motorrad.
16.09.2007 (381km):
Ich war gespannt, wie die Gruppe fahrerisch harmonieren würde. Es war erstaunlich, alles passte auf Anhieb. Es ging zügig vorwärts, ohne dass auf jemanden gewartet werden musste. So etwas ist selten, wenn 11 sich unbekannte zu einer Motorradtour treffen.
Erst einmal ging es über den Nassfeldpass. In Italien angekommen, gab es den ersten Cappuccino.
Nun fuhren wir über kleinste Strassen ins Soca Tal in Slowenien. Hier gab es im ersten Weltkrieg heftige Schlachten.
Weiter ging es, wieder über kleinste Starassen, nach Kroatien. Auf der Insel Krk in Malinska befand sich unser Hotel VILA ROVA.
17.09.2007 (225km):
Heute wollten wir die Insel Cres erkunden. Hiefür mussten wir die Fähre um 9:00 Uhr erreichen. Unser Reiseleiter wollte eine neue Abkürzung ausprobieren. Was er nicht wusste, diese bestand nicht nur aus einer Schotterpiste sondern auch aus losem Sand. Somit wurde die Zeit allmählich knapp, aber die Fähre fuhr glücklicherweise nicht pünktlich ab. Hier wird es mit den Zeiten nicht so eng genommen.
Zuerst fuhren wir in den Süden der Insel nach Valun, einem kleinen Fischerdorf. Dann ging es weiter über Lubienice nach Mali Losinj, wo wir eine kleine Mittagspause machten.
Auf dem Rückweg Richtung Norden hielten wir noch in Osor an, hier gab es Steinskulpturen zu sehen.
Da wir noch Zeit hatten, fuhren wir nicht direkt zur Fähre sondern noch weiter in den Norden der Insel Cres, nach Sv. Petar. Hier sollten Geier herum fliegen, taten sie aber nicht (mögen die etwa keine Motorradfahrer)
Nach einem Espresso mussten wir dann doch zur Fähre, um nach Krk zurück zu gelangen.
18.09.2007 (195km):
Um 9:00 Uhr hieß es: “Abfahrt, wir wollen die Insel Krk unsicher machen!” Doch erstmal war eine Zwangspause angesagt. Die große V-Strom konnte nicht mehr kuppeln. Der Fehler war schnell lokalisiert, die hydraulische Kupplung hatte keine Hydraulikflüssigkeit mehr (immer diese mechanischen Probleme). Wo diese hin ist, ist bis heute unklar. Von der nächsten Tankstelle wurde passendes Öl besorgt und aufgefüllt. Während der gesamten Reise musste nichts nachgefüllt werden. (Hier sind sie wieder, die Sorgen des Instandhalters).
Vielleicht war es gut so, dass wir erst eine Reparaturpause einlegen mussten. Kaum kuppelte die V-Strom wieder, gab es ein heftiges Gewitter, was wir im Hotel abwarteten.
Gegen 11:00 Uhr ging es endlich los, erstmal in Richtung Osten in die Bucht von Soline. Dann weiter durch kleine Weinberge nach Baska und Stara Baska. Von hier aus gab es herrliche Ausblicke über die Küste!
Die Stadtbesichtigung von Krk schenkten wir uns und fuhren stattdessen noch etwas mehr Motorrad.
19.09.2007 (282km):
Hotelwechsel. Wir mussten zurück auf das Festland. Doch das war schwieriger, als geplant. Die Brücke war wegen Orkanböen für leichte Anhänger und Motorräder gesperrt . Zum ersten Mal war der Reiseleiter ratlos. Eine Alternative gab es nicht.
Erst einmal fuhren wir tanken, dann zurück zur Brücke. Hier gab es immer noch nichts Neues. Nach einer halben Stunde kamen 2 Kleintransporter, die wollten die Motorräder über die Brücke bringen, für 20 € pro Motorrad. Das war uns zu viel. Dann kam ein kleiner LKW, er wollte nur 5 €. Gut dachten wir, es kann weiter gehen. Vier Motorräder passten herein, meins war mit dabei.
Die Fahrt war sehr “abenteuerlich”, da die Motorräder nicht gesichert werden konnten, wir musste sie festhalten. Das schlimmste dabei war, dass einer keinen Gang eingelegt hatte. Eigentlich hätten wir seine kleine V-Strom ins Meer fallen lassen sollen. Der Fahrer saß nämlich als einziger mit im Führerhaus, warum auch immer.
Dann kam das nächste Problem. Der LKW fuhr nicht zurück über die Brücke, sondern verschwand einfach. Jetzt waren wir zu viert auf dem Festland, und die anderen sieben noch auf der Insel .
Gegen 14:00 Uhr hielt ein größerer LKW an der Tankstelle, wo wir standen. Nach einigem Verhandeln in gebrochenem Englisch und Zeichensprache konnten wir ihn mit 60 € überreden, die anderen Motorräder zu hohlen. Die LKW-Maut mussten wir natürlich auch zahlen, das war aber O.K.
Jetzt konnten wir endlich weiter. Da es recht spät war, sollte es über die Küstenstraße Richtung Süden gehen. Da tauchte ein weiteres Problem auf. Die Küstenstraße war wegen Orkanböen gesperrt.
Also doch wie geplant in die Berge durchs Hinterland nach Baske Ostarje. Wir kamen erst sehr spät im Hotel VELEBNO an. Hier eine weitere Überraschung. Das Hotel verdiente mehr den Namen einer Jugendherberge mit starkem kommunistischen Flair. Wir nahmen es gelassen, zumal wir vorgewarnt wurden.
20.09.2007 (391km):
Da die Küstenstraße vermutlich noch gesperrt war, fuhren wir bei niedrigen Temperaturen (aber Sonnenschein) durchs Hinterland zum Krka- Nationalpark. Hier gab es die Krka- Wasserfälle zu sehen, was mit einer kleinen Bootsfahrt verbunden war.
Anschließend fuhren wir zur Küstenstraße um zu sehen, ob sie immer noch gesperrt ist. Wir hatten Glück, sie war mittlerweile wieder freigegeben.
Nach einer Cappuccino- Pause hatten wir “freie Fahrt”. Das heißt jeder konnte fahren und/oder Fotopausen machen wie er wollte. Treffpunkt war eine Tankstelle an dem nächsten Abzweig.
21.09.2007 (523km):
Der letzte gemeinsame Fahrtag stand an. Bevor wir jedoch Kroatien verließen, hielten wir für einen kleinen Fotostop an den Plitvitzer- Seen. Jedoch nicht im Tourirummel, sondern an einem kleinen Aussichtspunkt oberhalb. Wenn sich unser Reiseleiter während der Erkundung nicht verfahren hätte, hätten wir diesen nicht gefunden.
An der Kroatisch- Slowenischen Grenze aßen wir zu Mittag. Die angeblich kleine Portion entpuppte sich als Menü.
Den Nachtisch mussten wir stornieren, sonst hätten unsere Motorräder zu wenig Leistung für die folgenden kleinen Sträßchen und Pässe gehabt.
Über Slowenien und Italien ging es dann zurück nach Hermagor in Österreich. Hier folgte ein lustiger letzter Abend.
22.09.2007 (504km):
Am letzten Morgen musste erstmal ein Gruppenfoto gemacht werden, bevor wir uns trennten. Ich hatte noch einen Tag Begleitung durch Jörg und seine 1200 GS.
Wir fuhren über kleinste Strassen durch Österreich zurück nach Deutschland, in den Bayerischen Wald. Hier übernachteten wir im Gasthof Zur Schwalbe. Auch dieser ist sehr zu empfehlen. Für Motorradfahrer gibt es Sonderpreise, Autofahrer dürfen mehr bezahlen.
23.09.2007 (589km):
Heute war notgedrungen ein wenig Autobahn fahren angesagt, um schneller vorwärts zu kommen. Bei Erlangen trennte ich mich von Jörg. Er fuhr weiter Richtung Frankfurt Main und ich Richtung Bamberg.
Es folgten der Thüringer Wald und anschließend der Harz. Um 18:00 Uhr war ich wieder zu Hause.